Trump wird Präsident - Populisten und andere Gruppen

Trump wird Präsident und sofern kein Wunder noch stattfindet wird sich auch die nächsten vier Jahre nichts mehr ändern. Es ist gut, dass es so gekommen ist, denn er muss seinen markigen Worten nun Taten folgen lassen und am Ende wird man sehen, was an seinen Worten dran war und ob er die Hoffnungen, die viele in ihn legen – auch in Deutschland, erfüllen kann oder ob er doch nur die oberen 10.000 profitieren, deren Marionette er auf keinen Fall ist, im Gegensatz zu seiner Konkurrentin Hillary Clinton, zumindest wenn man den gängigen Meinungen der Trump-Anhänger folgt.


Wichtiger ist nun allerdings: Es gibt erneut einen Konflikt zwischen den Generationen und den verschiedenen gesellschaftlichen Schichten. Wenn man den Diskussionen auf SPON oder Zeit.de folgt, findet man viele Schubladenargumente und damit auch die üblichen negativen Aussagen gegenüber »Demokraten/Linke« und dass diese ja an der aktuellen Weltlage schuld seien, ins besondere die des mittleren Ostens. Dass diese Lage durch die letzten 60 Jahre Politik heute so verstrickt ist, wird dabei gerne vergessen: Zu kompliziert! Hier haben jedoch sowohl linke als auch rechte politische Gruppierungen der westlichen Regierungen versagt. Doch an der Argumentation zeigt sich bereits ein gutes Schema des Populismus, der in vielen Parteien bereits seit Jahrzehnten praktiziert wird: Die Schuld wird dem politischen Gegner zugeschoben. Man kann es einfach widerlegen und doch hat man schnell verloren in solch einer Diskussion: Denn versucht man dagegen zu argumentieren, muss man teilweise sehr weit ausholen und verliert sich in Fakten und damit viele Worten. Man verliert seinen Diskussionspartner schnell. Zu viele Fakten, zu viele Ereignisse die man beachten muss. Einfach Ausgedrückt: Zu kompliziert, zu lang, zu langweilig!


Und es wird heute sogar immer schwerer, denn die Gräben zwischen den einzelnen politischen Lagern als auch zwischen den Generationen und Schichten werden immer tiefer und das Blut immer böser. Schuldzuweisungen und Überheblichkeit prägen heute in Blogs als auch Foren die Beiträge. Hier mal ein paar plakative vereinfachte Aussagen:

  • Die Alten sind Dumm und entsprechen wählen sie Populisten.
  • Die Alten hängen in der Vergangenheit fest, sie denken nur an sich.
  • Die Jungen sind Dumm und entsprechend wählen sie das Establishment.
  • Die Jungen fallen auf mediale Propaganda [der Lügenpresse] herein.
  • Die Jungen lassen sich einfacher manipulieren als die Alten.
  • Dumme abgehängte Menschen wählen Populisten.

Ich könnte noch weitere Aussagen hier aufnehmen, meist bauen sie jedoch auf einem einfachen Schema auf: [Gruppe N] [beliebiges Abwertendes Argument]. Man kann die kurze Liste meiner Aussagen nehmen und muss immer nur die Gruppierung ändern und schon hat man eine Aussage der Gegenseite. Besonders interessant ist dabei für mich die 4. Aussage: »Die Jungen fallen auf die mediale Propaganda [der Lügenpresse] herein.« Diese Aussage findet man nämlich in ähnlicher Form auch bei den Jungen, bei den Intellektuellen und anderen »Gegner« der Populisten, oder anders ausgedrückt: »Populisten fallen auf einfache plakative Aussagen herein.«


Man stellt - wenn man sich mal entsprechende Diskussionen durchließt - schnell fest, dass beide Lager sich die selben Vorwürfe machen:

  • Man fällt auf etwas herein.
  • Man ist zu »blind« (blöd) es zu merken.

Zwei einfache Vorwürfe und doch vertiefen sie massiv die Gräben zwischen den Gruppen, da sie mit entsprechender Verachtung ausgesprochen werden. Arroganz und Ignoranz findet man auf beiden Seiten und doch zeigen beide Seiten etwas sehr wichtiges im Umgang mit den Medien - man glaubt es kaum: Eine gewisse Skepsis gegenüber »Informationen«. Und auf diese Skepsis möchte ich in den nächsten Wochen eingehen.

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